Dhyan Tada B. Güdel

Lehrerin für Kundalini Yoga

Heilpraktikerin für Psychotherapie

Am Lindenberg 13

37133 Reiffenhausen

Tel. +49 (0) 5504-9490980

Fachausbildung KY für Senioren

in 3HO Deutschland e.V.

Meine Fortbildungen zum Them KY für Senioren waren immer sehr gut besucht, meh ral s600 Lehrenden haben im Laufe der Jahre teilgenommen! Da dieses Thema eine zunehmend wichtige Rolle in unserer Gesellschaft spilet, habe ich meine Konzepte an die 3HO Deutschland e.V. übergeben und wir haben mit einem sehr kompetenten Team eine Fachausbildung in 3HO e.V gegründet.

Ausbildungen finden ein Zukunft statt in Göttingen (März 2013), München (Oktober 2013), Hamburg  (März 2014), Frankfurt (März 2014) sowie in Berlin (in Planung).

Informationen auf www.3HO.de und unter seniorenyoga(at)3ho.de

Kundalini Yoga für Senioren I - Einführung

3HO Deutschland e.V. zertifizierte Fortbildung

Yoga für eingeschränkt mobile Kursteilnehmer

Wie können wir als Yogalehrende die Schätze des Kundalini Yoga älteren und eingeschränkt bewegungsfähigen (auch jüngeren!) KursteilnehmerInnen vermitteln? In dieser Fortbildung erforschen wir die physischen und psychischen Bedürfnisse in der dritten Lebensphase und betrachten hilfreiche Körper- und Atemübungen ebenso wie kontraindizierte Asanas und Pranayamas. Wir beschäftigen uns eingehend mit dem korrekten Anleiten von Asanas und üben den unterstützenden Einsatz einfacher Hilfsmittel.

Themen u.a.

·        Was bedeutet Altern? Die Lebensphasen im Yoga

·        Was braucht der ältere oder eingeschränkt mobile Mensch?

·        Erkrankungen im fortgeschrittenen Alter und die Möglichkeiten des Yoga

·        Kontraindizierte Asanas und Pranayamas

·        Einsatz von Hilfsmitteln wie Gürtel, Block, Wand

·        Die überlieferten Übungsreihen des KY – Möglichkeiten und Grenzen

·        Umsetzung in der Kursarbeit

·        Gemeinsame Yogapraxis und Meditation

Kundalini Yoga für Senioren II –

Yoga auf dem Stuhl

3HO Deutschland e.V. zertifizierte Fortbildung

Aufbauend auf der Fortbildung „Yoga für Senioren I“ beschäftigen wir uns an diesem Wochenende mit Yogaschülern, die wegen eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten auf dem Stuhl üben möchten. Unsere erarbeiteten Erkenntnisse können wir auch auf die Yogaübenden übertragen, die im Sitzen auf dem Stuhl üben, weil sie Yoga in ihren Berufsalltag am Schreibtisch einbauen.

Zudem erweitern und vertiefen wir unser Verständnis um den Prozess des Älterwerdens um die Aspekte, die die Wissenschaft des Ayurveda zu bieten hat. Wir schauen uns die Auswirkungen der neuen Balance der tridosas an und tragen zusammen, wie die Praxis von asanas und pranayamas dem am Besten angepasst werden kann.

Inhalte u.a.

·        Grundlagen des Yoga auf dem Stuhl

·        Tridosa und die angepasste Yogapraxis

·        Übungen für  physische und psychische Herausforderungen

·        Verwendung einfacher Hilfsmittel wie Gürtel, Block, Fensterbank

·        Übungsreihen des Kundalini Yoga an die Praxis auf dem Stuhl übertragen

·        Diskussion der Möglichkeiten + Grenzen in der Arbeit einer LehrerIn für KY

·        Gemeinsame Yogapraxis und Meditation

 

Vanaprastha - Yoga für Senioren

oder

Kundalini Yoga für Menschen, die nicht so können, wie es geschrieben steht

Altern als ein höchst individueller Prozess

„You can live to be very old and very strong, and you can be very young and absolutely without any strength.“ sagt Yogi Bhajan. Je älter ein Mensch wird, umso weniger sagt die Zahl der Jahre etwas über Fähigkeiten und psychische Reife aus. Altern ist ein höchst individueller Vorgang, „die Senioren“ als Gruppe zu beschreiben wird dem Einzelnen wenig gerecht. „Altern ist das Ergebnis ureigener Erfahrungen und der Art, wie ein Mensch mit Problemen fertig wird.“ drückt Ursula Lehr, ehemalige Familienministerin, es aus. Im Yogaunterricht begegne ich als Leiterin der Gruppe bei aller Individualität meiner älteren und alten SchülerInnen einigen Themen regelmäßig. Wissen um den Prozess des Alterns und die häufigsten Erkrankungen in dieser Lebensphase hilft, ältere Menschen besser in eine Yogagruppe zu integrieren und verantwortungsbewusst zu begleiten.

Vanaprastha

„Vanaprastha - der im Wald Wohnende“ wird im Yoga die hoch geschätzte dritte Lebensphase genannt: Lernen, die Gründung einer Familie und das Etablieren im Beruf standen bisher im Mittelpunkt des täglichen Lebens. Zwischen 60 und 75 Jahren erlauben jedoch der Übergang in den Ruhestand und die Veränderung der Rolle innerhalb der Familie mehr Raum und Zeit für spirituelle Praktiken. Der körperliche und emotionale Rückzug aus dem Alltag lassen die Meditation leichter geschehen, von der Lebenserfahrung und der Weisheit des älteren Menschen lernen die Jüngeren voller Achtung. Dieses Idealbild des Alterns leben in unserer Kultur wenige Menschen.

Anbindung an den Körper

BKS Iyengar, der berühmte indische Yogalehrer, sieht die Notwendigkeit, den Älteren wieder eine stärkere Anbindung an den Körper zu vermitteln: „Auf der ganzen Welt haben die Senioren Angst, irgendwas zu unternehmen, und sind von anderen Menschen abhängig. (…) Sie haben allem wegen ihrer Schwächen entsagt. Ich als älterer Mensch möchte ihnen die Philosophie des Körpers geben (…).“ Asanas und Pranayamas helfen die Lebensenergie zu halten. Der von vielen alten Menschen als bedrohlich erlebte Abbau der körperlichen und geistigen Kräfte kann verlangsamt, vielleicht für einige Zeit gar aufgehalten werden.

Eingeschränkte Mobilität

Viele Ältere sind in ihren Bewegungen stark eingeschränkt. Über Jahrzehnte eingeübte Fehlhaltungen, ein Leben lang von Emotionen geprägte Körperstruktur schränken die Beweglichkeit sehr ein. Erkrankungen, wie ein Verschleiß der Gelenke (Arthrose) oder entzündliche Prozesse (Arthritis) machen kraftvolle und schnelle Übungen nahezu unmöglich. Schmerzen lassen freie Bewegungen kaum zu, die Angst vor den Schmerzen schränkt die Bereitschaft, neue Bewegungen und Haltungen auszuprobieren, noch weiter ein.

Veränderung ist möglich

Der menschliche Körper zeigt sich aber auch in hohem Alter sehr bereit, zwar in kleinen Schritten, Jahrzehnte alte Fehlhaltungen aufzugeben. Ein kreativer Umgang mit zahlreichen Hilfsmitteln wie Kissen, Decken, Gürteln, Wand und Fensterbank helfen eingeschränkt bewegungsfähigen KursteilnehmerInnen, sich selbst so wirksamen wie schwierigen Übungen wie „Nach unten schauendem Hund“ oder Schulterstand anzunähern. Eine 78 jährige Teilnehmerin, die drei Jahre die Yogastunde hauptsächlich auf dem Stuhl sitzend begleitet hatte, kam schließlich über Hocker und Kissen allmählich zum freien Sitzen auf dem Boden. Übungen zur Stärkung des Beckenbodens richteten ihr Becken auf, ihre Hüften öffneten sich und ihre Wirbelsäule streckte sich. Sie bekam endlich Raum zum Atmen und nach zwanzig Jahren verschwand ihr Asthma.

Ältere Kursteilnehmer kompetent begleiten

Dieser Bereitschaft, mehr Unabhängigkeit und Kompetenz im Umgang mit dem eigenen Körper zu erlangen, stehen aber auch Hindernisse entgegen. Mangelnde Beweglichkeit und Übergewicht führen häufig zu einem geringen Selbstwertgefühl. Hör- und Sehschwierigkeiten machen unsicher in der Begegnung mit der Gruppe. Schnelle Bewegungen, rasche Folgen von Übungen im Stand und im Sitzen oder Liegen führen leicht zu Schwindel. Als Leiterin der Gruppe kann ich diesen Problemen mit einfachen Mitteln vorbeugen: ältere Menschen sind im Laufe des Tages beweglicher als am Morgen. Ich lege den Kurs auf den späten Nachmittag und sorge für einen gut geheizten und beleuchteten Raum. Übungen führe ich vor, erkläre sie ausführlich während alle zuschauen – und demonstriere auch, wie man aus dieser Haltung am besten herauskommt! Dann erst leite ich die SchülerInnen an. So verlangsamt sich der Rhythmus der Yogastunde und allen bleibt genug Zeit, sich nach einer Übung im Stehen wieder im Sitzen auf Kissen und Decken einzufinden. Ich spreche erst die Anleitung zur Entspannung und blende anschließend die Musik ein. Für Schwerhörige und Tinnitus-Geplagte ist es eine Erleichterung wenn sich nicht zu viele Geräusche überlagern.

Prägungen eines gelebten Lebens

Ältere Kursteilnehmer haben viel Lebenserfahrung. Alle mussten sich mit schweren Krankheiten auseinandersetzen und sich bereits von nahe stehenden Menschen verabschieden. Gerade die jetzt Sechzig- bis Achtzigjährigen haben prägende Erfahrungen in den Zeiten der Diktatur und des Krieges gemacht, die im Laufe der Jahrzehnte kaum ihre Kraft verloren haben. Die Kriegserlebnisse und die Not der frühen Nachkriegsjahre haben eine Härte sich selber gegenüber geschaffen. „Wie geht es Ihnen? Ach, muss ja.“

Sich mit „Mängeln“ und Defiziten in einer Gruppe zu zeigen ist für viele Kursteilnehmer eine größere Herausforderung als der Schneidersitz. Tief sitzt die Furcht vor dem vermeintlich herabsetzenden Urteil der anderen. Die Freude an gemeinsamen Erfahrungen wird geschmälert durch den unterschwelligen Vergleich mit TeilnehmerInnen oder YogalehrerIn. Hinzu kommt häufig eine starke Prägung durch die christlichen Kirchen, die eine frische und unvoreingenommene Erfahrung des Yoga oder der im Kundalini Yoga benutzten Mantren einschränkt: „God and Me, Me and God are One.“ steht der religiösen Erziehung meist konträr entgegen.

Grenzen respektieren

Für mich als Yogalehrerin bedeutet dies, mit meinen KursteilnehmerInnen höchst achtsam und respektvoll umzugehen. Ich möchte sie nicht mit meinem Yogaunterricht aufrütteln, sie in ihrer Religiosität erschüttern oder mit yogischen Ideen an den Grundfesten einer fünfzigjährigen Ehe kratzen. Die Erklärung der Mantren lässt Raum für die eigene Spiritualität. Doch kann es sein, dass das Prinzip der Meditation verbunden mit Yoga trotzdem auf Unverständnis stößt: „Meditieren tu ich in der Kirche!“

Raum für Bedürfnisse und Wünsche

Meinen Yogaunterricht für Senioren verstehe ich als den Raum, in dem liebevolles Achten auf die Bedürfnisse und Wünsche des Körpers und der Psyche möglich ist, einen Raum, den die meisten sich, aus der Erziehung oder der Not geboren, in früheren Jahren nicht nehmen konnten. Nach Krankheiten, medikamentöser Behandlung und ärztlichen Anweisungen fragen gehört daher zum Yoga für Senioren ebenso wie das regelmäßige Besprechen der Erfahrungen der vergangenen Unterrichtsstunde. In den sechzehn Jahren meiner Unterrichtspraxis konnte ich mich zwar auf meine Erfahrung als Yogalehrerin verlassen, mich jedoch nie auf Routine zurückziehen. So gehört zu einem verantwortlichen Umgang mit alten KursteilnehmerInnen, dass ich mit einer überlieferten Übungsreihe in die Stunde gehe. Sobald jedoch Schwierigkeiten auftauchen widmen wir uns ausführlicher einer Asana, probieren unterstützende Hilfsmittel aus und loten auch die Grenzen aus: vielleicht ist diese Übung aus medizinischer Sicht nicht angebracht? Erhöhter Augeninnendruck und Umkehrhaltungen passen nicht zusammen. So lernen meine Kursteilnehmerinnen in kleineren Schritten, als im herkömmlichen Kundalini Yoga üblich, die Übungen kennen. Sie haben Zeit, sich in den Haltungen zu erfahren und gewinnen von Stunde zu Stunde mehr Kompetenz. Vielleicht haben wir am Ende des Kurses keine einzige Kriya, wie sie geschrieben steht, vollständig geübt. Wahrscheinlich haben wir konsequent herausfordernde durch einfachere Übungen ersetzt. Ganz bestimmt haben wir mit viel Freude geübt und jedeR Einzelne hat mehr Wohlgefühl und Kraft gewonnen. Nebenbei haben wir uns den überlieferten Übungsreihen wieder etwas mehr genähert. Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug. Ist das dann noch Kundalini Yoga? Ich habe Yogi Bhajan gefragt. Er antwortete: „Hauptsache, sie tun etwas.“

Dieser Artikel ist 2003 im Kundalini Yoga Lehrerbrief erschienen.